Walberberger Hexenbräu: Regionales aus dem Vorgebirge

Die Zahl der kleinen, handwerklich arbeitenden Brauereien wächst nicht nur in Bonn, sondern auch im Umland. Bereits im Frühjahr habe ich Hans Horst in Bornheim-Walberberg besucht und mit ihm über seine Biere gesprochen, die er als „Walberberger Hexenbräu“ in den Handel bringt.

Walberberger Hexenbräu Bornheim-Walberberg Hexenturm Bier aus dem Vorgebirge Craft Beer Köln Bonn Mikrobrauerei
Hans vor einem Teil des Walberberger Sortiments. Ich habe ihn privat getroffen, gebraut wird bei Coltro-Gold in Hürth

Dass alle Industriebiere so ziemlich gleich schmecken, bemerkte Hans Horst schon in den 1990ern, als Craft Beer noch kaum jemandem ein Begriff war. Aber erst als Hans in den 2000ern über Umwege einen Brauer kennenlernte, reifte in ihm der Entschluss, selbst für mehr Biervielfalt zu sorgen. Er recherchierte zum Thema Brauwesen, las einschlägige Fachliteratur und setzte ganz autodidaktisch erste eigene Sude auf. Den Anfang nahm sein Walberberger Hexenbräu in der eigenen Garage, in der er im kleinen Maßstab für Freunde, Bekannte und private Feiern braute. Und weil seine Biere gut ankamen, lag der nächste Schritt nahe:

Seit 2019 braut Hans gewerblich. Dazu genügt die eigene Garage aus verschiedenen Gründen nicht, deshalb mietet Hans sich für sein Walberberger Hexenbräu bei anderen Brauereien ein, die ihre Anlage bei freien Kapazitäten an Brauer ohne eigenes Sudhaus untervermieten. In Craft-Beer-Kreisen spricht man von Kuckucks- oder Gypsy-Brewing.

In einer ersten Phase entstanden die Walberberger Biere auf diese Weise bei Coltro-Gold im benachbarten Hürth. Da aber ein Bornheimer Bier mittelfristig auch aus Bornheim kommen sollte, entschied sich Hans im Herbst 2020 für den Umzug zur kleinen, noch ganz neuen Craft-Beer-Brauerei Zimmermann in der Oberstraße in Bornheim.

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Die um den Flaschenhals gelegten Etiketten sind ein schönes Alleinstellungsmerkmal

Diese Art des Brauens auf einer gemieteten Anlage bedeutet jedoch nicht, dass Hans nicht selbst braut. Für alle Sude steht der Autodidakt selbst am Braukessel, auch abgefüllt und etikettiert wird hier von Hand. Überhaupt ist es Hans wichtig, dass sein Walberberger authentisch ist. Deshalb liegt bei ihm wirklich jeder Arbeitsschritt in seinen eigenen Händen: Das Logo, die um den Flaschenhals gewickelten Etiketten, ja sogar kleine Bierkisten aus Holz fertigt der Brauer selbst an.

Im Gespräch mit Hans Horst merkt man schnell, dass sein Walberberger Hexenbräu mehr als eine Marke sein soll. Daher übernimmt er nicht nur alle Details rund um sein Bier selbst, sondern hat mit dem Hexenturm aus Bornheim-Walberberg auch einen regionalen Bezug verankert.

Diese Regionalität spiegelt sich auch in den Bierstilen wider, die in den Walberberger Flaschen in den Handel kommen: Bockbier, Rotbier („Rut“), oder der naturtrübe Kölsch-Vorläufer des Wieß – Walberberger Hexenbräu setzt vor allem auf klassische rheinische Braustile. Die Handarbeit schmeckt man dabei deutlich heraus: So anders und so viel besser als jedes Industriebier!

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Vom Logo bis zum schicken Bierkasten aus Holz: Bei Walberberger Hexenbräu ist wirklich alles handgemacht

Also: Macht euch selbst ein Bild und probiert doch mal ein Walberberger Hexenbräu!

Homepage: walberberger-hexenbraeu.de

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Weiterlesen: Auch Christoph Meurer vom GA hat über Walberberger Hexenbräu berichtet, den Beitrag findet ihr hier.

Bezugsquellen (ohne Gewähr): u.a. bei Edeka Breuer in Bornheim (hier der Kartenlink)