Der Elefant: Neues Leben in alten Mauern

Ein Elefant für Bonn: Pünktlich zur Weihnachtsmarktsaison 2018 hat das Braugasthaus seine Tore geöffnet. An den berühmten Vorgänger erinnert im neuen Lokal nichts mehr, stattdessen wurde aufwendig renoviert und ein ganz neues Konzept entworfen. Ich habe erste Eindrücke gesammelt, lest hier!

Elefant Brauhaus Bonn Zum Gequetschten gut für große Gruppen in Bonn Restaurant in Bonn
Bonn hat ein neues Gasthaus: Der Elefant ist im alten Gequetschten eingezogen

Das Lokal

Der Elefant versteht sich eher als Restaurant und weniger als Brauhaus. Dennoch setzt die neue Location sehr gezielt auf Brauhaus-Elemente: Der Gast findet sich umgeben von halbhoch vertäfelten Wänden, helle Holztische bieten Platz für große Gruppen, auf den Tischen laden Tonkrüge als Besteckhalter den Gast ein, neben dem Getränk auch ein Gericht von der Speisekarte zu wählen. Das Lokal besteht dabei aus einem großen Raum, so dass man sich tatsächlich wie in einem Brauhaus fühlt.

Allgegenwärtig ist der Elefant. Auf Bierdeckeln, auf den Besteckkrügen, als süße kleine Statuen auf der Theke, auf Bildern an den Wänden und sogar als Stuckverzierung an den Säulen, überall findet sich der Dickhäuter in verschiedenen Formen. Dabei rutscht das neue Brauhaus keinesfalls in den Kitsch ab, sondern integriert die endlosen Rüsseltiere wirklich elegant.

Brauhaus Elefant Bonn Gasthaus Wirtschaft essen gehen Bonn geht aus
Überall findet ihr putzige kleine Elefanten

 

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Großflächige Bilder, schön in Szene gesetzt

Man merkt, dass bei der Renovierung des Hauses Geld in die Hand genommen wurde und die fast einjährige Kernsanierung hat sich gelohnt: Frische rote Wände strahlen Wärme aus, die völlig neu gestaltete Theke befindet sich nun am Ende des großen Gastraums, so dass sich eine gänzlich andere Struktur ergibt. Hier ist mit erkennbar viel Mühe und Geschmack ein vollkommen neues Lokal in traditionsreichen Mauern entstanden.

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Die Theke wurde so wie das gesamte Lokal völlig neu gestaltet. Dabei wurden die ehemals zwei Räume nun zu einem großen Saal zusammengelegt.

Die Karte

Wer viel investiert, der braucht viele Gäste. Daher ist es logisch, dass ihr im neuen Elefanten zu jeder Tageszeit einkehren könnt. Es gibt Frühstück, Mittagstisch, Kaffee und Kuchen und natürlich eine Abendkarte.

In allen Bereichen – Speisen wie Getränke – setzt der Elefant auf lokales Flair. Die Speisekarte strotzt vor Begriffen, die Heimatgefühle und regionale Qualität vermitteln sollen. Egal ob „Brotzeit“, „Heimatküche“ oder „Heimatbier“, die Karte suggeriert Regionalität.

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Döppekooche gibt es auch – und er ist sehr lecker!

Wenn man jedoch genauer hinschaut, dann verbirgt sich hinter den schönen Worten nicht immer echte (rheinische) Lokalität. Wiener Schnitzel, Königsberger Klopse oder Rindergulasch sind tolle Gerichte – aber rheinisch („Heimat“) keinesfalls. Faktisch dominiert das, was treffender als gutbürgerlich beschrieben wäre. Allerdings gibt es auch lokale Klassiker wie den (sehr leckeren!) Döppekooche, dennoch empfinde ich die Wortwahl der Karte als etwas übertrieben.

Die Getränke

Bei den Getränken setzt der Elefant auf Wein und Bier zu gleichen Teilen, dabei wird auf der Karte erklärt, dass die Ursprünge dieses Hauses vormals eher beim Wein lagen. Ihr bekommt jeweils acht Rot- und acht Weißweine. Insgesamt versucht die Getränkekarte jedem etwas zu bieten, vom Hugo über den Aperol bis hin zu Gin & Tonic, einem Dutzend Cocktails und Whiskey ist alles dabei. Zwei hausgemachte Eistees möchte ich hervorheben. Für Gruppen ist das natürlich perfekt!

Aber auch hier finde ich: Peters Kölsch, Jever Pils, Allgäuer Büble und Hövel´s (u.a. Craftbock und Pale Ale) sind als Auswahl zwar ok, aber als „Heimatbiere“ wirklich weit gefasst. Überhaupt fehlt der Getränkearte für mich das spezielle Etwas, also das, was andere nicht haben.

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Gut gefällt mir, dass Hövel´s im Tasting Glas serviert wird

Es war einmal: Vom Gequetschten zum Elefanten

Nun kann man über den neuen Elefanten kaum schreiben, ohne zurückzuschauen. Zu prominent war der Vorgänger, der Gequetschte. Sowohl das ehemalige Lokal als auch nun der Elefant dürfen als Brauhaus bezeichnet werden, jetzt jedoch mit einem stärkerem Fokus auf den Charakter als Restaurant.

Der Elefant greift dabei die Tradition des Hauses auf, denn hier steht seit Urzeiten eine Gaststätte. „Gasthaus seit 1636“ heißt es stolz auf der ersten Seite der Speisekarte und ebenso unter dem (wunderbaren!) goldenen Eingangsschild. Persönlich sehe ich diese Traditionslinie eher brüchig und könnte mir vorstellen, dass „seit 2018“ auch gepasst hätte. Andererseits ist der Name „Elefant“ tatsächlich eine Wiederbelebung aus der Gründungszeit des Hauses, das darf natürlich gewürdigt werden!

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Der Elefant von außen – groß thront der goldene Dickhäuter im Wappen des Lokals

Fazit

Auf Instagram fand ich einen Post, der das neue Brauhaus so beschreibt: „Nett und stylisch“ einerseits, aber „Bonn hätte eine nette Kneipe mit einer schönen Theke gebraucht“. Das gibt es nun halt nicht.

Andererseits muss in dieser zentralen Lage ein Lokal jedem etwas bieten. Zweifelsohne ist das neue Lokal optisch ein Hingucker und auch das Essen hat mich überzeugt. Das Konzept kommt an, der Start des Elefanten war fantastisch, zurzeit ist zwischen Mittag und Abend täglich Hochbetrieb. Das neue Lokal trifft offensichtlich den Nerv der Zeit – und das ist es ja , was zählt: Das Hier und Jetzt!

Deshalb meine Meinung: Ein schönes neues Brauhaus mit einer wunderbaren Deko, aber eher Restaurant als Biergasthaus.

Adresse und Kartenlink: Sternstraße 78, 53111 Bonn

Testtag: Dienstag & Donnerstag

Fass: Peters Kölsch, Jever Pils, Büble Helles

Flasche: Hövel´s (Bitter, Pale Ale, Craftbock)

Internet: Hier geht es zur Homepage (Speisekarte) und hier zur Facebookseite des Elefanten

Weiterlesen? Auch bei Bonn geht essen gibt es einen Bericht über den Elefanten

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