Spleen/ Poppelsdorf/ Sternburgstraße

Das Spleen ist wieder da! Anfang 2016 musste „die wahrscheinlich älteste Studentenkneipe Bonns“ ihr angestammtes Lokal hinter dem Botanischen Garten in Bonn-Poppelsdorf verlassen. Jetzt, fast ein Jahr später, gibt es endlich neue Räume und zum Glück wieder zentral in Poppelsdorf, nämlich an der Sternburgstraße in der ehemaligen Pizzeria „Da Franco“. Zum dritten Geburtstag von We love Pubs habe ich mir die neuen Räume mit einigen Freunden angesehen.

urige Kneipe Bonn Studentenkneipe Poppelsdorf viel Bier
Wieder da und weiterhin schön urig: Das Spleen in Poppelsdorf

Wer das alte Spleen kennt, der hat sicherlich noch den dunklen, urigen Raum vor Augen, die Holzvertäfelung, die Deckenbalken und das Gefühl, eher in einem Pub als in einer Kneipe zu sein. Überhaupt war das alte Spleen irgendwie besonders und sicherlich auch ein wenig aus der Zeit gefallen, indem es studentische Kneipenurigkeit aus den 80ern charmant konservierte.

Ein Bild aus dem alten Spleen am Botanischen Garten: Ausgesessene Sofas mit Kultstatus und eine typisch urige Atmosphäre
Ein Bild aus dem alten Spleen am Botanischen Garten: Ausgesessene Sofas mit Kultstatus und eine typisch urige Atmosphäre

Vieles aus der alten Kneipe findet ihr auch in den neuen Räumen wieder: Das dunkle, hölzerne Flair ist geblieben und man bemüht sich, das alte Spleen-Gefühl mitzunehmen. So ist die Theke original aus dem alten Lokal und auch die Spiegel und Wanddekoration werdet ihr wiedererkennen. Noch befindet allerdings vieles im Fluss, denn nach langer Lokalsuche sollte es zum Jahresende 2016 schnell gehen (die Wiedereröffnung fand kurz vor Weihnachten 2016 statt). Der beliebte Kickertisch fehlt z.B. noch, wird aber bald einen Platz im hinteren, zur Zeit noch nicht geöffneten Lokalraum finden. Auch die Deko fällt bisher recht spärlich aus, viele Devotionalien aus dem alten Spleen sind privat eingelagert und werden nun nach und nach angebracht. Auch soll noch eine Holzvertäfelung an den Wänden folgen.

Zur Zeit präsentiert sich das neue Lokal recht leer und versprüht noch nicht die Atmosphäre des Vorgängers. Wer also in den nächsten Wochen kommt, könnte etwas irritiert sein. Ich bin mir jedoch sicher, dass die Einrichtung in einigen Wochen ganz anders und viel stimmungsvoller aussehen wird! Eines lässt sich aber auch jetzt schon sagen: Das neue Spleen ist eindeutig heller geworden, die alten Deckenleuchter aus spleenigen Großmutterszeiten kommen in den neuen Räumen ganz anders zur Geltung.

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Noch fehlt ein wenig Deko, aber der Ansatz zum würdigen Nachfolgelokal lässt sich schon erkennen

 

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Heller geworden ist das neue Spleen auf jeden Fall!

Wer vor dem Spleen steht, darf sich zur Zeit auch nicht wundern, dass noch der alte Name der Pizzeria „Da Franco“ in großen Lettern über dem Eingang prangt, während sich das gewohnte Spleen-Großmütterchen eher dezent über der Tür versteckt.

Die Karte ist erst einmal identisch zur alten Spleen-Karte und das wird vor allem die Bierfans freuen: Jever, Mühlen, Staropramen und Koblenzer Pils (das ist die wieder eigenständige alte Königsbacher-Brauerei) gibt es vom Fass. Aus der Flasche könnt ihr dazu noch König Ludwig Dunkel, drei Sorten Weihenstephaner, Aventinus von Schneider Weisse, Tannzäpfle, Flensburger, Astra Urtyp, Desperados und ein sehr leckeres Kirschbier von Wäldches bekommen – macht zusammen vierzehn Biere, das ist doch mehr als ordentlich!

Die Preise im Spleen sind unverändert fair und auch die Nicht-Biertrinker sollten etwas finden: Es gibt zwei Weine auf ordentlichem Niveau, einen Cider von Aspall, ein paar Cocktails, Longdrinks, aber auch einige Whiskey (Glenfiddich, Tullamore, Ballentines) und natürlich ein ganz ordentliches Sortiment an Hochprozentigem. Und wer gar keinen Alkohol mag: acht Säfte, Ginger Ale, diverse Softdrinks – das sollte also kein Problem sein. Kleinigkeiten zu essen – Oliven, Nachos, Biersnacks – gibt es auch wieder auf der Karte (nämlich in der Rubrik „Futter“) und eine Ausweitung des Angebots ist in Planung.

Die alte spleenige Oma hat wieder eine Tür!
Die alte spleenige Oma hat wieder eine Tür!

Abschließend noch einige Worte zum Grund des Lokalwechsels, der ja erst einmal irritiert, denn das alte Lokal lag gut, war beliebt und etabliert. Aber durch den Verkauf des Hauses am Botanischen Garten kündigte der neue Besitzer den Mietvertrag, wohl auch zwecks Aufwertung der dort neu renovierten Wohnungen. Ein Kneipe macht halt Lärm… Ich konnte während des jetzigen Besuchs ein wenig mit den Betreibern reden, die mir bestätigten, wie schwer die Suche nach neuen Gasträumen in Bonn ist. Ich hatte ja an anderer Stelle schon über den Wandel von Südstadt und Poppelsdorf als Ausgeh-Stadtteile geschrieben und bin der Meinung, dass Bonn aufpassen muss, es den Gastronomen nicht zu schwer zu machen und so zur reinen Wohnstadt zu werden. Aber dazu könnt ihr hier mehr lesen.

Aber bevor ich mich in weiterer Bonn-Kritik verliere: Das Spleen ist wieder da und das ist ein schönes Geschenk zum dreijährigen We love Pubs-Jubiläum – das schönste Geschenk war neben einem Fläschchen Laphroaig vom Drinklabor jedoch ein kleines Yes-Törtchen mit drei Kerzen von einer sehr treuen (und kritischen) Leserin… 😉

Drei Jahre We love Pubs! Da war die Wiedereröffnung das Spleen ein schönes Geschenk!
Drei Jahre We love Pubs! Da war die Wiedereröffnung das Spleen ein schönes Geschenk!

Deshalb meine Meinung: Schön, dass das Spleen wieder da ist! Noch entwickelt sich viel, aber hier könnte ein toller Nachfolger eines beliebten Klassikers entstehen!

Testtag: Samstag

Fass: Jever, Mühlen, Koblenzer, Staropramen

Flasche: König Ludwig Dunkel, Weihenstephaner (Hefeweizen, Kristall, Vitus), Schneider Aventinus, Tannzäpfle, Flensburger, Astra Urtyp, Desperados, Wäldches Kirschbier

Besonderheiten: Jetzt nicht mehr am Botanischen Garten, sondern in der Sternburgstraße

Internet: www.spleen-bonn.de

2 Gedanken zu „Spleen/ Poppelsdorf/ Sternburgstraße

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