Em Höttche/ Zentrum/ Markt

Ihr kennt das „Em Höttche“? Klar, kennt ihr! Eigentlich kann man am schönen „Höttche“ gar nicht vorbei gucken. Es steht ja direkt neben unserem herrlichen Bonner Alten Rathaus. Aber vielleicht habt ihr das Brauhaus trotzdem schon mal übersehen. Es ist nämlich schmal, wirklich schmal. Wir haben uns hereingetraut und den Klassiker näher betrachtet!

Em Höttche Bonn ältestes Brauhaus Tradition rheinische Küche
Die Schmale Front des Em Höttche, hinter der sich überraschend viel Raum verbirgt

„Hereintrauen“ ist dabei natürlich Unsinn. Das „Em Höttche“ ist wirklich schön und ein Fest für alle Freunde echter, traditionsreicher Brauhäuser! Begrüßt wird der Gast links vom Bonner Rathaus von der großen Leuchtanschrift „Spezial-Brauereiausschank“ und innen überrascht das Haus mit einer weit in die Tiefe reichenden Geräumigkeit, die von außen nicht zu erwarten ist. Um es auf den Punkt zu bringen: das „Em Höttche“ ist riesig!

Schmale Außenfront, dennoch viel Platz? Genau, innen befindet man sich in einem lang gezogenen Schlauch, der eigentlich aus drei Einzelräumen besteht: einer Art Vorder- und Kneipraum, der Gaststube im Hinterteil und neben dieser in L-Form angewinkelt eine weitere Räumlichkeit für geschlossene Gesellschaften, die separat reserviert werden kann.

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Beethoven und Bonn gehören zusammen: Der junge Ludwig tanzte hier mit seiner Jugendliebe

Die Einrichtung strotzt nur so vom Charme des Alten und Erhabenen, präsentiert sich nobel-hölzern: dunkel vertäfelte Wände, Holzsäulen verzierte mit geschnitzten Figuren (beachtet den Braumeister!) und immer wieder auch die für rheinische Brauhäuser üblichen blau-weißen Porzellankacheln. Das alles wirkt alt und nobel zugleich und steht für ein echtes Brauhaus im Sinne der gutbürgerlichen Gaststube – wer das mag, der wird sich hier pudelwohl fühlen! Gefühlt atmet man dieselbe Luft wie bereits Beethoven und dennoch wirkt das „Höttche“ nicht angestaubt.

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Ziemlich begeistert haben uns die Schnitzereien so wie dieser Brauer – passt ja auch in ein Brauhaus!

Stichwort Beethoven: Bonns berühmtester Sohn ist hier in Form von Bildern, Skulpturen und Erinnerungen fast omnipräsent: Angeblich tanzte der junge Ludwig hier mit seiner Jugendliebe. Ihr seht: das „Em Höttche“ hat Tradition – übrigens eine weit ältere als das benachbarte Rathaus. Im 14. Jahrhundert gegründet, tagte der Bonner Stadtrat 1737-1739 hier, als das Rathaus gerade erst gebaut wurde.

Natürlich wollt ihr auch wissen, was das „Em Höttche“ heute bietet – denn da hat sich ja seit Beethoven einiges getan. Natürlich, hier wurde einst gebraut und sogar gebrannt, aber heute gehört das Höttche zum Gaffel-Konzern. Das zeigt sich auch am Ausschank: es gibt Gaffel-Kölsch vom Fass und sogar der sehr leckere, sehr milde hauseigene Kirschbrand aus Schattenmorellen wird im Hause Gaffel produziert. Brauhäuser können natürlich heute nicht mehr nur ein Kölsch bieten, deshalb finden sich auf der Karte auch ein Pils (Krombacher), ein Weizen (Schöfferhofer) und sogar eine recht umfangreiche Weinsammlung. Dazu passt die Speisekarte und viele Gäste kommen vorwiegend wegen der rheinischen Gerichte, die die Küche bietet.

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Der Obstler im Höttche hat uns voll überzeugt

Bliebe zu klären, wer denn so ins „Höttche“ geht und zu welchen Anlässen es sich lohnt. Hier sei vorweggeschickt, dass das „Höttche“ trotz der Bezeichnung als Brauhaus heute eher wie in ein traditionsreiches gutbürgerliches Restaurant wirkt. Dementsprechend ist auch das Publikum eher älter, man kommt zum Essen bei Kölsch oder Wein. Wer das sucht, ist hier goldrichtig. Auch Stammtische, Kartenspielrunden oder Vereinstreffen können wir uns hier wunderbar vorstellen. Und Touristen sowie Gäste Bonns sollten hier auf jeden Fall einkehren, wenn sie sich fragen, was man in Bonn auf jeden Fall gesehen haben muss oder wo man in Bonn ganz traditionell rheinisch essen kann.

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Rustikal-gemütlich: hier lässt es sich gut ein Bier trinken – allerdings kommt der Gast eher zum Essen hierhin

Weniger gut vorstellen können wir uns, dass man im „Höttche“ einen klassischen Kneipenabend durchzecht. Das geht natürlich, aber die Restaurant-Atmosphäre überwiegt und diese ist nun mal keine echt kneipige Stimmung. Dazu passt, dass es keine eigentliche Theke mehr gibt, an der es sich charmant klönen ließe. Die etwas zu tralala-angehauchte, seichte Popmusik im Hintergrund verstärkt diesen Eindruck. Aber das macht ja auch nichts, jedes Haus hat nun einmal seine eigene Ausrichtung.

Was empfehlen wir euch also? Für den richtigen Anlass ist das „Höttche“ auf jeden Fall das richtige Lokal: Die Einrichtung ist umwerfend und wird alle Brauhaus-Freunde begeistern, man atmet Tradition und rheinisch essen in Bonn ist hier schön möglich.

Deshalb unsere Meinung: Optisch schöner Klassiker für das gemütliche, ruhige Kölsch bei rheinischer Küche

Testtag: Sonntag

Fass: Gaffel, Krombacher

Flasche: Schöfferhofer

Besonderheiten: Leckerer hauseigener Obstler

Internet: www.em-hoettche.de

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