Milchhäuschen/ Königswinter/ Siebengebirge

Heute wollen wir den Blick mal wieder ins Bonner Umland richten, denn nachdem das Wetter immer wärmer wird, zieht es vielleicht den einen oder anderen zu Wanderungen ins Siebengebirge. Dort gibt es gleich mehrfach die Möglichkeit, einen Zwischenstopp mit Brotzeit einzulegen, z.B. auf dem Drachenfels, auf dem Ölberg oder nahe der Löwenburg. Wir wollen euch jedoch einen möglichen Rastplatz abseits der sieben namensgebenden Berge empfehlen, nämlich das Milchhäuschen im Siebengebirge.

Milchhäuschen Siebengebirge

Das Milchhäuschen liegt aus Königswinter kommend etwa drei Kilometer das Siebengebirge bergauf steigend – wir hatten den Weg über das Nachtigallental gewählt, aber es gibt auch andere Aufstiege. Nach einem anspruchsvollen, steilen Anstieg gelangt man hier auf eine kleine Lichtung, in deren Mitte sich eine Art altes Gutsanwesen befindet – das Milchhäuschen. Die Bäume ragen dicht an das Gebäude heran und man sitzt angenehm geschützt und wie wir fanden auch weniger touristisch als an anderen Stellen des Siebengebirges, obgleich natürlich auch das Milchhäuschen Anziehungspunkt für Wanderer ist, aber es wirkt hier etwas ruhiger, beschaulicher und weniger massentouristisch.

Milchhäuschen Siebengebirge

Natürlich steht der Service an warmen Sommertagen vor einer logistischen Herausforderung, vor allem da es zwei getrennte, große Außenbereiche gibt, aber wir haben gute Erfahrungen gemacht: obwohl wir an einem sonnigen Sonntag mit vielen anderen Wanderern in einem vollen Milchhäuschen zu Gast waren, war die Bedienung schnell und freundlich und fand sogar noch Zeit für ein paar Informationen über das Haus und seine Geschichte.

Nachweisbar ist ein gastronomischer Betrieb an dieser Stelle mindestens schon seit den 1920er Jahren – bis hierhin lassen sich Bilder finden –, aber vermutlich befand sich in dem Haus, das tatsächlich einmal Hofanlage mit Ausschank für Wanderer war, schon viel früher eine Raststation. Später, den der dunklen Zeit des Dritten Reichs und vor allem in den letzten Kriegswochen, wurde das Haus dann übrigens aufgrund seiner versteckten Lage als Lager genutzt. Im Haus selber finden sich noch einige alte Bildansichten aus Bonn und dem Siebengebirge in den Zwischenkriegsjahren.

Heute kann der Gast hier im Sommer auf reichlich Fläche außen Sonne oder Schatten genießen, aber auch die Innenräume stehen zur Verfügung und können auch zu Hochzeiten und anderen Feiern separat gemietet werden. Innen ist das Flair gutbürgerlich, hölzern und gediegen, ohne zu dunkel zu wirken, so dass sich Gesellschaften hier wohlfühlen sollten.

Milchhäuschen Siebengebirge

Aus unserer Sicht ist es bei einem klassischen Touristenziel verzeihlich, dass die Karte keine konkrete Spezialisierung erkennen lässt – dafür ist der Durchlauf zu hoch und natürlich ist auch das Milchhäuschen ein Lokal für Wandertouristen und als solches solide, aber eben kein Gourmettempel. Aber vom Frühstück über das Schnitzel bis zu Saftschorle, Buttermilch mit Sirup und natürlich zwei Bieren (Krombacher, Sion) wird alles geboten, nur ohne herausragende Bonmots – aber wer will es einem Wanderergasthaus verdenken?

Deshalb unsere Meinung: Ein schönes Ausflugsziel in herrlicher Lage mitten im Wald, aus unserer Sicht die schönste Ausflugsalternative im Siebengebirge

Testtag: Sonntag

Fass: Krombacher, Sion

Flasche: Krombacher Weizen

Besonderheiten: Nicht direkt mit dem Auto anfahrbar

Internet: www.milchhaeuschen.de

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