Bonner Ausgeh-Stadtteile im Überblick

Da wir über Kneipen und Bars in Bonn schreiben, wäre es vielleicht einmal an der Zeit, ein paar Worte zum Ausgehen in Bonn allgemein und dabei vor allem zu Bonns Ausgehvierteln zu verlieren, die wir ja auch in unserem Stadtteil-Kneipen-Überblick führen. Denn einerseits hilft das vielleicht Neubonnern, andererseits verändern sich Stadtteile ja auch und wir waren zuletzt mehrfach überrascht, dass in den fünfzehn Jahren, die wir nun Bonn kennen und lieben, viele Stadtteil nicht mehr sind, was sie einmal waren. Deshalb hier eine kleine Auflistung in Form eines subjektiven Rankings:

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  1. Die Altstadt

Die Altstadt ist zur Zeit (und eigentlich schon seit Stadtgründung durch die Römer) die Ausgeh-Ecke Bonns. Hier wimmelt es von netten Kneipen, die auch richtig kneipig sind. Die Läden sind fast immer gut gefüllt (na ja, außer vielleicht am Sonntag, diesen Tag scheint Bonn komplett zu verschlafen…) und eigentlich sollte sich hier für jeden etwas finden. Für Pub-Fans ist das Flynn´s Inn the place to be, wer es studentisch und urig mag geht am besten ins Pawlow.

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  1. Südstadt und Poppelsdorf

Südstadt und Poppelsdorf sind natürlich zwei Stadtteile, aber wir fassen sie zusammen, denn immerhin sind sie sich in ihrer Jugendstil-Pracht baulich ähnlich, zudem verschwimmen die Grenzen und im nu ist man hier und nicht mehr dort. Früher, das heißt noch bis vor wenigen Jahren, waren beide Stadtteile bedingt durch die Nähe zur Universität Bonn und ihren verstreuten Instituten stark studentisch geprägt. Mittlerweile glauben wir jedoch, hier ein Beispiel von Stadtwandel und Gentrifizierung zu erkennen: durch die z.Zt. doch merkbar steigenden Mieten kennen wir viele Studenten, die weiter außerhalb ihr Wohnungsglück suchen müssen und so ändert sich auch die Kundschaft in der Gastronomie. Deshalb erlebten wir viele klassische alteingesessene Lokal zuletzt weniger gut gefüllt oder eher zum dinieren geeignet. Das gilt natürlich nicht für die Mausefalle, den Südbahnhof oder die Studikneipe, die alle echt kneipig daher kommen, aber dies scheinen uns immer mehr die Ausnehmen zu werden. So schade es ist: Südstadt und Poppelsdorf (deren Ausgeh-Option ja vor allem die Meile an der Clemens-August-Straße mit mehreren Lokalen ist) scheinen zu Wohnviertel zu werden…

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  1.  Zentrum

Ja, das Bonner Zentrum und seine Kneipen und Bars – eigentlich ist unsere Stadt wunderschön und das gilt auch für den Bereich, der neudeutsch City heißt. Aber über die letzten Jahre ist hier zu viel verschwunden, was einmal zum Ausgehen einlud, und stattdessen kommen Geschäfte und Systemgastronomie. Natürlich gibt es die (oft sehr schönen) Brauhäuser, klar. Allen voran lohnt das Bönnsch, schon deshalb, weil das Bier super ist und man beim Brauen zusehen kann. Aber City sollte doch mehr sein und heute gibt es nun einmal kein Cafe Göttlich mehr, keine Brasserie, kein „Im Bären“ – aber Vapiano und Starbucks. Mit dem Pendel hat ein altbekannter Klassiker darüber hinaus seine Räume wechseln müssen und so aus unserer Sicht deutlich an Charme verloren. Zudem befällt uns nach 22 Uhr häufig das Gefühl, der einzige Mensch im gesamten Zentrum zu sein. Bleibt zu hoffen, dass nicht auch noch das Viktoria-Carree weichen muss, denn dann wären auch Café Blau und Zebulon bald nur noch Erinnerungen (wie ja hier auch schon das Kurzlebig verschwunden ist). Wir sehen das Bonner Zentrum deshalb als absteigenden Ausgeh-Stadtteil – neue Schischa-Bars mit teuren Autos aus umliegenden Kreisen vor der Tür bestärken uns eher noch in unserer Meinung. Andererseits gibt es vielleicht auch Licht am Horizont: Mit dem Old Jacob hat Bonns schönste Bar einen Platz in der City gefunden.

  1. Endenich

Endenich ist sicherlich ein ganz eigener Stadtteil, der übrigens immer studentischer wird, vermutlich aufgrund der gefühlt etwas abseitigen Lage – dabei täuscht das ist man ist über die Sebastianstraße blitzschnell in Poppelsdorf und die Busanbindung ist auch gut. Der eigene Charakter zeigt sich nicht zuletzt in der gewachsenen Ortsstruktur. Das mag dröge klingen, ist es aber gar nicht, denn Bonn-Endenich hat eine eigene Ausgeh-Meile, an der sich z.B. das Fiddler’s und die Harmonie, aber auch das Kino Rex befinden. Die Kneipendichte ist damit zwar eher gering, weshalb wir Endenich nur auf Platz vier auflisten, aber der Wohlfühlfaktor ist deutlich höher.

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  1.  Beuel

Beuel war aus unserer Sicht eine zeitlang ein unterschätzter Stadtteil, was die Kneipenszene Bonn betrifft, aber vielleicht haben wir uns da auch getäuscht, denn der große Aufschwung blieb bisher aus. Natürlich finden sich hier in Zahlen viel weniger Lokale als in der Altstadt, der Südstadt, in Poppelsdorf oder im Zentrum. Dennoch glauben wir, dass Bonn-Beuel noch immer die Chance auf coole Locations hat und die Mischung stimmt schon jetzt. Denn hier finden sich einerseits Klassiker wie die Rheinlust oder das Bahnhöfchen, die ebenso wie der Blaue Affe oder die Oberkasseler Lokale rund um den Bonner Bogen (z.B. die Rheinalm) von der sonnenbegünstigten rechten Rheinseite profitieren, aber andererseits auch typische Veedelskneipen wie der Adler oder die Rheinbrücke. Die Brotfabrik ist ein Kultur-Highlight mit netter angeschlossener Kneipe. Und Beuel hat seinen eigenen, vor Ort gerösteten Kaffee. ja, hier könnte noch etwas gehen! Andererseits hat eine gute Fußball-Kneipe wie das Schröders jüngst geschlossen) Bonns absolute Szene-Baribier ist auf die City-Seite gezogen. Es heißt also abwarten, was aus Beuel wird.

  1. Kessenich

Obwohl einer der größten und einwohnerstärksten Stadtteile Bonns und trotz der Nähe zur Südstadt, kann Kessenich eigentlich nicht als Ausgeh-Stadtteil bezeichnet werden, dafür finden sich hier einfach zu wenige Kneipen. Allerdings hat Bonn-Kessenich seine Stärken im dörflichen Charakter (trotz zentraler Lage), der sich auch in den Lokalen zeigt, die häufig ihren eigenen Veedels-Charme behalten haben. Zu nennen wäre auf jeden Fall das Kess und für alle FC-Fans ist die Markusschänke ein Muss. Echte In-Lokal sucht man hier jedoch vergeblich (aber dafür ist man schnell in der Südstadt…).

  1. Bad Godesberg

Bad Godesberg nur auf dem vorletzten Platz? Genau! Denn hier ist man einfach zu weit ab vom Schuss – im Süden gefühlt kurz vor der Schweizer Grenze und mit öffentlichen Verkehrsmitteln fast so lange unterwegs wie nach Köln… Ok, ok, wir übertreiben, aber wer unseren Blog regelmäßig liest, der wird merken, dass wir hier wirklich wenige durchgeführt haben. Wer aus Bonn kommt, der fährt einfach selten hier herunter (gilt auf jeden Fall für uns), auch wenn es gastronomisch einige wenige Highlights gibt (z.B. das Limao oder das Rien ne va plus oder die Zwitscherstube). Jetzt könnte man natürlich denken, dass Godesberg ein entsprechend tolles Wohnviertel ist – aber auch da haben wir Zweifel, irgendwo zwischen Villenviertel und niedergehendem Ortszentrum scheint Bad Godesberg der Strukturwechsel nach Abzug der Regierung nicht wirklich gelungen zu sein. Mit Anja Vogels „Early Bird Shop“ hat sich jedoch ein spannendes Konzept direkt in der Koblenzer Straße angesiedelt – vielleicht kriegt Godesberg die Kurve ja doch noch…

  1. und was es sonst noch so gibt…

Wir wissen natürlich, dass Bonn mehr als sieben Stadtteile zählt – und unsere alphabetische Liste der Bonner Kneipen führt diese Stadtteile ja auch, soweit wir sie schon besucht haben. Aber die Weststadt bietet halt nur den (tollen!) Quiet Man, die Nordstadt das Rosa Lu, das La Victoria und einige wenige andere Lokale. Kastell beinhaltet immerhin das Schänzchen (eine echte Biergarten-Perle!), Kater 26 und das Shamrock. Und ja mehr man den inneren Stadtbereich verlässt, desto un-kneipiger wird es. Nein, das ist gar keine Kritik, denn das ist ja durchaus normal. Aber wir lassen es dann mal, zu jedem Stadtteil noch etwas zu schreiben…


Ihr möchtet das alles lieber auf einer Karte von Bonn sehen? Kein Problem – hier findet ihr eine Google-Karte mit allen von We love Pubs getesteten Kneipen, Pubs und Bars!

6 Gedanken zu „Bonner Ausgeh-Stadtteile im Überblick

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