Himmel & Hölle/ Zentrum/ Sterntorbrücke


Dieses Lokal ist mittlerweile geschlossen


Zum Jahreswechsel 2012/2013 hat an der Sterntorbrücke gegenüber dem Bönnsch das „Himmel & Hölle“ seine Tore eröffnet. Ältere werden sich erinnern, dass hier lange das „GUM“ angesiedelt war, bevor einige Zwischenstationen wie die „Alte Liebe“ eher schnell wechselten. Jetzt scheint sich also ein neues Lokal dauerhaft zu etablieren – wobei es sich eigentlich um zwei Kneipen in einer handelt, Himmel und Hölle… (Nachtrag: das dachten wir, als wir diesen Text schrieben, aber das Nachtleben in Bonn ist so eine Sache – Clubs in Bonn und Tanzlokale haben es eindeutig schwer…).

Der kurze Eingangsflur neben einer Schnellpizzaria mag zwar ein wenig abschrecken, gleiches gilt für den grimmigen Blick der je nach Bedarf aufgefahrenen Türsteher, doch nach wenigen Metern öffnet sich der Raum und bietet Auswahl: geradeaus in den Himmel, links in die Hölle. Zwei Kneipen, zwei Konzepte, eine Location.

Zur Hölle steigt man einige Stufen hinab. Mit etwas Kennerblick finden sich hier auch noch Reste des alten GUM, ansonsten präsentiert sich dieser Teil in leicht rotem Licht und eher dämmrig. Dazu wird Rockmusik gespielt. Am Zapfhahn finden sich Becks, Hasseröder und Löwenbräu, also zwei eher ungewöhnliche und damit natürlich von uns gelobte Biere!

Der Himmel, zu dem es übrigens auch einige Stufen hinab geht, zeigt sich dagegen als Kölsch- und Schlager-Paradies. Ausgeschenkt werden Sünner und Peters zu Helene Fischer und Florian Silbereisen. Eigentlich gar keine schlechte Idee, auch die Getränke- und Musikauswahl in beiden Teilen zu variieren.

Jetzt darf man natürlich getrost fragen, warum um alles in der Welt Kölsch himmlisch und Helles Löwenbräu teuflisch sein soll – oder ob der Herrgott rund um die Uhr zu Viva Colonia schunkelt, während sich der Teufel bei Whisky in the jar betrinkt, aber das Konzept ist zweifelsohne spannend, da es ganz unterschiedliche Zielgruppen anspricht. Allerdings muss der Rock-Fan damit leben, kein Kölsch zu bekommen (oder dafür kurz in den Himmel wechseln und herüber tragen zu müssen) und der Freund des kölschen Liedgutes kein Pils (nun ja, das passt…), aber ansonsten eine feine, für Bonn neue Idee.

Besonders loben wir, dass im Himmel zu unserem Test an einem Wochenende tatsächlich Schlager-Stimmung de luxe herrschte und gefühlte 99% der Gäste lautstark mitsingen konnten. Während sich an diesem Tag die Hölle eher leer und verschlafen gab, tobte im Himmel die Horde der Schlagerparty-Enthusiasten und erzeugte „Stimmung wie im Bierzelt“. Da störte das schummrige Licht (ja, auch im Himmel!) ebenso wenig wie der etwas abgewetzte Grundcharme beider Teile des Hauses.

Kritisieren müssen wir jedoch den Bierausschank aus Plastikbechern, das lässt sich auch nicht mit Partyregeln rechtfertigen. Lobenswert fanden wir dagegen, dass Sünner noch echt aus dem Pittermännchen angeboten wird. Überhaupt muss der Herrgott Sünner-Fan sein: der Himmel strotzt vor Sünner-Deko.

Deshalb unsere Meinung: nette Mischung aus Kneipe und Party – vor allem für Schlagerfans ein Highlight

Testtag: Freitag

Fass: Sünner, Peters, Becks, Hasseröder, Löwenbräu Hell

Flasche: Sünner Lager, Becks, Franziskaner (Weizen, Dunkles, Kristall)

Besonderheiten: zwei Kneipen in einer – lebendes Sünner-Museum – Kickertisch vorhanden

Internet:—

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