Bundeshäuschen/ Oberkassel/ Oberkasseler Ufer

Den spätsommerlichen Tag der deutschen Einheit nutzten wir für eine kleine Radtour zum Bundeshäuschen – einem Ort, an dem Bonn noch Hauptstadtnostalgie versprüht. Die Strecke am Rhein entlang zählt sicher zu den schönsten Rheinidyllen überhaupt und das Bundeshäuschen schmiegt sich derart malerisch, lediglich von einem schmalen Radweg getrennt an eine Flussbiegung, das wir hierfür eigentlich schon wieder eine eigene Kategorie bräuchten: Orte, die zu schön sind, um wahr zu sein!

Bundeshäuschen (1)

Obwohl, Stichwort Traumlage: eine kleine Einschränkung, an der das Bundeshäuschen jedoch unschuldig ist, sei uns gestattet: die Beueler Bahnschiene fährt ohne zu übertreiben 30 Meter hinter dem Lokal entlang und – obgleich schwächer frequentiert als die linksrheinische Schiene – stört doch. Eine andere Beeinträchtigung der Lage bildet leider der Parkplatz direkt am Biergarten – das hätte man auch anders lösen können. Dennoch bleibt der Blick zum Fluss traumhaft.

Ausgeschenkt wird an der Stelle des heutigen Bundeshäuschens bereits seit 1903, der aktuelle Name entstand dann in den Hauptstadtjahren als Reminiszenz auf die häufigen Ausflüge von Abgeordneten aus dem eigentlichen linksrheinischen Bundeshaus hin in dieses kleine, malerische Lokal. Im Jahresbetrieb lebt das Bundeshäuschen eher vom gutbürgerlichen Restaurant, ist also keine Kneipe im eigentlich Sinne. Wir haben deshalb auch ausschließlich den Biergarten getestet.

Hier möchten wir zu erst einmal den Mut im Ansatz loben: mit Benediktiner Weizen und einem kanadischen Lager (Moosehead) beweist man hier Mut zu exotischen Bieren. Und warum Mut im Ansatz? Na ja, beide Exoten schmecken so, wie es dem erwartbaren Durchschnitt entspricht, das Lager auf Maisbasis sogar ein wenig wässrig. Und vom Fass werden dazu ganz unmutig Gaffel und Bit ausgeschenkt.

Bundeshäuschen (2)

Hier setzt auch unser Kritikpunkt an, der nicht untypisch ist für Gastronomie in Traumlage: bei dieser Aussicht muss dem Gast nichts mehr geboten werden, ab dem erste Sonnenstrahl füllt sich der Biergarten automatisch, also warum Mut zu Neuerungen beweisen? Vielleicht findet sich hier aber auch die Erklärung dafür, dass sich die Gäste zum übergroßen Anteil in der zweiten Lebenshälfte befinden (vielleicht erklärt das auch die Lage des Parkplatz…).

Bundeshäuschen (3)

Hinsichtlich Aufbau und Ausstattung präsentiert sich der Bundeshäuschen-Biergarten klassisch: auf der hübsch durch einen niedrigen, blauen Gartenzaun eingefriedeten Grasfläche unter einigen schützenden Bäumen finden sich ausschließlich Biertischgarnituren – es entsteht also echtes Biergartenfeeling. Essen ist auch im Biergarten möglich, der Bierausschank wird über Selbstbedienung an einem Bierwagen organisiert. Also alles in allem eine nette, authentische Stimmung, obgleich wir finden, dass das Potential des Lokals noch lange nicht ausgeschöpft wurde.

Deshalb unsere Meinung: Für Fahrradausflüge bei schönem Wetter eine Option

Testtag: Freitag

Fass: Gaffel, Bitburger

Flasche: Benediktiner Weizen, Moosehead Lager

Besonderheiten: tolle Lage direkt am Rhein!

Internet: www.bundeshaeuschen.de    

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