Gesindehaus/ Poppelsdorf/ Clemens-August-Straße

Es gibt wieder eine Neuigkeit im der Bonner Kneipen- und Bierszene, dieses Mal in Poppelsdorf und dort am Ende der Poppelsdorfer Meile, der Clemens-August-Straße, nämlich in den Räumen des ehemaligen James-Joyce-2 (vormals Mallorquiner). Nach einiger Zeit des Leerstandes und der Umbauarbeiten findet sich seit Ende August 2014 das Gesindehaus im Gebäude des historischen Gesindehauses (manchmal liegt auch im Namen das Gute so nah…). Als kleines Highlight bietet das neue Lokal sogar ein eigenes Bier – also doppelt Grund für uns, einen Blick zu werfen!

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Das Pöppsch im Gesindehaus, werbetechnisch effektiv als „Bier von hier“ vertrieben, dennoch auswärts gebraut

Passend zur Namensgebung hat sich das neue Lokal gutbürgerlich-klassisch und im Stile eines rheinischen Brauhauses aufgestellt. Die Innenausstattung ist rustikal-hölzern, jedoch komplett neu renoviert, abgeschliffen, lackiert und deshalb hell und freundlich. Der Besucher blickt beim Betreten direkt auf eine einladende Theke, die die reine Bierkundschaft zum Plausch nutzt, während die Tische auf beiden Stockwerken (es gibt ein Obergeschoss) bei unserem Besuch ausnahmslos gefüllt waren. Wie wir hörten, ist das keine Ausnahme, also besser reservieren!

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Das Gesindehaus glänzt wieder im Brauhaus-Charme

Nun ja, werdet ihr vielleicht einwenden, warum Brauhaus – wird dort denn gebraut? Achtung, im rheinischen Sprachgebrauch bezeichnet ein Brauhaus eher allgemein eine bestimmte Sorte des gutbürgerlichen Lokals mit Speisen, Kölschausschank und einer bestimmten Größe. Aber das Gesindehaus hat tatsächlich ein eigenes Bier im Kölsch-Stil (also obergärig), auch wenn man auswärts brauen lässt und das eigene Produkt als Pöppsch vertreibt. Werbetechnisch hat man das neue Bier übrigens nicht nur mit der an Kölsch erinnernden Namenswahl gut aufgestellt, sondern bewirbt es auch als „Bier von hier“. Clever! Wir als bekennende Freunde der Biervielfalt kritisieren minimal, dass das Pöppsch etwas sehr den obergärigen Mainstream entspricht, vielleicht etwas herber ausfällt. Da hätte man sich etwas mehr Mut zu neuen Geschmackswegen trauen können. Aber keine Frage, lecker ist das Pöppsch allemal. Wo jetzt wirklich gebraut wird, wollte der Chef nicht sagen – „das halten wir noch eine Zeit geheim…“ – aber Gerüchte unter Brauern und Getränkehändlern sagen, dass es sich um die Gemünder Brauerei handelt.

Neben dem Pöppsch, das übrigens auch in 0,1-Stößchen ausgeschenkt wird (heißt hier Pfiff und kostet 1,- Euro), gibt es vom Fass Benediktiner Weizen und König Pilsener. Positiv hervorheben möchten wir auch den ebenfalls extra für das Lokal gebrannten Obstler, den Gesindegeist. Der neue Betreiber verfolgt hier ein klar erkennbares Brauhaus-Konzept mit viel individuellem Geist, zu dem auch die Gesinde-passenden „Magd“ und „Knecht“-Shirts der Bedienung zählen. Das muss man einfach loben und es erklärt sicherlich auch, warum das Lokal insbesondere an den Wochenende, aber häufig auch unter der Woche aus allen Nähten platzt.

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Das Gesindehaus innen: Viel Holz, dennoch hell und freundlich

Alles in allem also eine tolle Bereicherung der Bonner Kneipenwelt, an der wir nur eine kleine Kritik üben möchten: so toll die Idee mit dem hauseigenen Pöppsch ist, mit 1,90 Euro pro Kölschstange wurde es preislich zu hoch angesetzt. Alle anderen Preise im Haus sind jedoch völlig ok und dem Poppelsdorfer Niveau entsprechend.

Deshalb unsere Meinung: Hingehen, ausprobieren! Für alle Bonner, die eine nette Ausgeh-Mischung aus Brauhaus, gutbürgerlichem Essen und leckerem Bier mögen (es gibt aber auch Weine).

Testtag: Dienstag

Fass: Pöppsch, König Pilsener, Benediktiner

Flasche: KöPi

Besonderheiten: hauseigenes Bier (auch im 0,1Liter-Pfiff, allerdings jeweils fremdgebraut) und hauseigener Obstler

Internet: www.gesindehaus-bonn.de

 

2 Gedanken zu „Gesindehaus/ Poppelsdorf/ Clemens-August-Straße

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