Bobas/ Castell/ Josefstraße

In dem verschlungenen Gewirr von Kleinstraßen zwischen Kennedybrücke und Beethovenhalle – übrigens einem historischen Teil der Bonner Altstadt – findet sich unweit des Hilton in der Josefstraße die Bobas Bar, laut eigener Aussage „Bonn’s Gay Bar No. 1“. Das mussten wir uns natürlich einmal ansehen und merkten direkt, dass wir für Schwulenkneipen gar keine Kategorie im Blog haben – das sei hiermit geändert.

Bobas Bonn Gay Bar Schwulentreff Schulenbar Schwulenkneipe

Übrigens: Der Bericht, den ihr hier lest, entstand ursprünglich 2014, als We love Pubs! noch ganz am Anfang stand, Bonner Kneipen und Bars zu empfehlen. Nun zieht es uns aus persönlicher Ausrichtung selten in eine Schwulenbar, auch wenn sie noch so nett ist. Deshalb freuten wir uns, als Anfang 2016 ein Gast schrieb, wir sollten mal wieder reinschauen, denn in der Bobas Bar habe sich das eine oder andere geändert. Dies lassen wir nun in den alten Bericht mit einfließen.

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Schon 2014 hatten wir einen optischen Kritikpunkt; Von außen wirkt die schlichte, oft geschlossene Eingangstür des Bobas eher uneinladend, gar etwas dubios (eine Freundin tippte spontan auf Rotlichtmilieu…). Überhaupt hat das Lokal nur eine kleine Fensterfront. So kostete es auch uns anfangs Überwindung, einzutreten. Was erwartet den Gast? Aber keine Scheu, hier verbirgt sich ein ganz normales Lokal und das neue Eingangsschild zeigt auch klarer die Ausrichtung (früher waren es zwei schwarz-weiß-Figuren, das bot anderen Interpretationsspielraum…).

Der Eindruck täuscht also und hinter der Tür blickt der Gast in eine nette kleine Kneipe. Wirt Ralf, der das Bobas seit nun fast 25 Jahren betreibt (seit 1992), ist dabei wichtig, dass es sich hier um einen Schwulentreff und keine Schwulenbar handelt. Der Unterschied ist: Hier treffen sich auch Schwule und Lesben, aber nicht nur, es ist also keine Bar mit der eindeutigen Aufforderung, angesprochen zu werden.

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Stimmung, Musik, Grundgefühl, das alles gefiel 2014 wie 2016 uns gut im Bobas. Man kann entspannt sein Bier trinken, es gibt eine Reihe Schorlen, Weine, Sekt und Hochprozentiges; Ralf überlegt außerdem, noch stärker angesagte Gin-Sorten ins Programm zu nehmen. Die flüssige Produktpalette bleibt ansonsten im Bereich dessen, was man an Marken aus vielen anderen Lokalen kennt. Witzig fanden wir persönlich, dass es auch echte old-school-Exoten der Spirituosenwelt gibt: Mariacron! Asbach Uralt! Eierlikör! – Gerade letzterer zeugt unseres Erachtens von Stil, Konsequenz und Bonner Lokalempfinden. Hier passt das irgendwie hin! Folgerichtig ließen wir uns bei unserem ersten Besuch den Eierlikör auch nicht ausreden – auch wenn der super freundliche Kellner sich alle Mühe gab.

Wie schon 2014 so bleiben wir auch 2016 kritisch hinsichtlich der Einrichtung. Aus unserer Sicht etwas zu sehr Stil eines 80er-Jahre-Partykellers. Ralf, der Wirt, sagt da aber, dass diese Entscheidung bewusst gefallen sei und es zum Lokal passe. Aufgelockert wird der Eindruck von einem Bild der alten Rheinbrücke sowie dem einzigen „thematischen“ Bild eines zweifelsohne ästhetischen Models.

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Ralf war übrigens so nett, uns auch die Herkunft des Namens „Bobas“ zu verraten. Nach 1945 zogen hier im Haus erst einige kleine Läden ein, ein Metzger, ein Schuster, später folgte dann tastsächlich ein Rotlicht-Tanzlokal und auf die Namsabkürzung der Verpächterin dieses Lokals geht die Bezeichnung zurück. Da Ralf vor fast 25 Jahren in einen laufenden Pachtvertrag einsprang, bot es sich aus vielen Gründen an, daran nichts zu ändern.

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Ein wenig Geschichte: Ein Stammgast zeigte uns Ralfs alte Fotoalben mit Bildern aus der Zeit vor dem Bobas. Man ist hier schnell mitten drin im Gespräch!

„Bonns Gay-Bar No. 1“ steht also für eine ganze Menge Tradition. Heute ist die Selbstbezeichnung vielleicht etwas verwirrend – z.Zt. ist die Bobas Bar Bonns einziger Schwulentreff -, aber es gab lange mehrere Gay-Lokale in Bonn. Mittlerweile zieht es diese Community jedoch immer häufiger nach Köln; auch hier wird Bonn also etwas stiller. Schade.

Falls ihr euch selbst einen Eindruck verschaffen wollt, dann kommt nicht zu früh, das Bobas füllt sich häufig erst ab 22.00 Uhr, hat dafür aber open end. Zu einzelnen Stammtischen, z.B. von den Schwusos, aber auch zu den diversen Sonderevents (Bingo, Oktoberfest) herrscht aber auch schon früher Betrieb.

Deshalb unsere Meinung: Schön, dass es in Bonn eine zentral gelegene Schwulenbar gibt! Ansonsten ein normaler Laden für jedermann. Geht mal hin!

Testtag: Freitag & Mittwoch

Fass: Sion, Bit

Flasche: Desperados, Becks, Heineken, Köstritzer

Besonderheiten: Gay Bar in Bonn

Internet: Homepage und Facebook-Seite der Bobas-Bar

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