Pendel/ Zentrum/ Friedensplatz

Das Pendel ist nicht mehr das Pendel. Und wer nicht gerade ganz neu in Bonn lebt, weiß sicherlich, dass die neue Lokalität am Friedensplatz einen Vorgänger weniger hundert Meter entfernt am Sterntor hatte. Diese musste 2010 aufgrund des Abriss und Neubaus des Gesamtgebäudes (Daniels, Hollister) weichen.

Pendel Bonn Kneipe

Wir sind also etwas spät dran, wollen aber trotzdem den Versuch starten, dass neue Pendel zu bewerten, ohne zu viel an den (beliebten) Vorgänger zu erinnern.

Beginnen wir mit einem Lob: die Einrichtung im Pendel zeigt sich stilvoll und chic, Großformatige Bilder mit Kneipenmotiven, Retro-Werbung für vergangenen Alkoholika und natürlich einige Uhren mit – Überraschung! – langen Pendeln… Dennoch stellt sich die echte Kneipenatmosphäre nicht richtig ein. Oder, wie eine unserer Mittesterinnen (@redhairedgirl77) feststellte: „Nicht vorstellbar, dass das die Stammkneipe von irgendjemandem ist!“ Denn trotz stimmiger Inneneinrichtung bleibt das Lokal undefinierbar anonym, zergliedert sich etwas unglücklich auf zwei Ebenen und ist trotzdem gequetscht eng bestuhlt, ohne dass daraus Gemütlichkeit erwächst. Zudem muss das Gesamtambiente als recht austauschbar bezeichnet werden: das typische Innenstadtlokal einer jeden Innenstadt. Passend dazu bleibt auch das Publikum eher unklar gemischt.

Dennoch bekommt man hier natürlich sein Bier, aber die Auswahl ist dann wiederum etwas 08/15: vom Fass Becks (ok…), dazu Früh (hm…) und aus der Flasche Flens (gut). Alles ok, aber mehr auch nicht. Und Auswahl geht anders.

Die Karte bietet als Ersatz jedoch reichhaltig andere Alkoholika, vom Wein über Cocktails zu Whisky und mehr. Wer dazu noch Hunger verspürt, kann hier auch etwas essen, was wir jedoch nicht getestet haben.

Eindeutig kritisieren möchten wir an dieser Stelle jedoch die Schließzeiten an einem Freitagabend: 00.30 letzte Runde klingt eher nach Starbucks als nach Kneipe. Ein absolutes Minus.

Das Pendel hat übrigens auf der Rückseite eine „Schwesterkneipe“ des gleichen Besitzers, das „Cartoon„. Dort wird auch Frühstück geboten. Das übrige Angebot ist weitestgehend identisch.

Ist es fair zu vergleichen und der Vergangenheit nachzuweinen? Egal, es muss sein: irgendwie versprühte das alte Pendel mehr Charme. Nun ja, tempora mutantur …

Deshalb unsere Meinung: kann man machen (wenn man gerade im Zentrum ist), aber ohne hat man auch nichts verpasst.

Testtag: Freitag

Fass: Becks, Früh

Flasche: Flens, Franziskaner

Besonderheiten: wechselndes Bier des Monats (bei unserem Besuch König Ludwig Dunkel)

Internet: www.cafe-bistro-pendel.de

5 Gedanken zu „Pendel/ Zentrum/ Friedensplatz

  1. Ich stimme der Beurteilung vollkommen zu, vor allem „zergliedert“ und „trotzdem gequetscht“ trifft es ziemlich gut.

    Ich möchte allerdings noch auf das „Bier des Monats“ hinweisen, eine wechselnde Biersorte vom Fass. Da kriegt man schon mal ein König Ludwig Weissbier oder andere gute Spezialitäten vom Fass zum guten Preis.

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